Mutiger Havelser Pokalauftritt in Mainz

TSV unterliegt dem Bundesligisten nach großem Kampf

Am 11. September durften die Havelser für 77 Minuten von der Pokalsensation gegen den Bundesligisten Mainz 05 träumen, bis Adam Szalai, Jean-Philippe Mateta und Robin Quaison die Partie für die Mainzer noch in ein 5:1 verwandelten. Die Havelser kämpften bis zum Schluss wacker, mussten aber auch der eigenen Erschöpfung Tribut zollen.

 

Havelser Abwehrriegel hält

 

TSV-Coach Jan Zimmermann musste seine Startelf im Vergleich zu Oberneuland umbauen, da Torben Engelking mit einem Kreuzbandriss lange ausfallen wird. Vor Tasky und Sonnenberg agierten mit Plume, Fölster und Plume gleich drei defensivstarke Akteure, die Offensive besetzten Cicek, Schumacher und Jaeschke. Bitter war, dass Fölster und Plume beide bereits nach zwei gelaufenen Spielminuten gelbe Karten sahen und in der Folge mit äußerster Vorsicht agieren mussten. Der erste Havelser Angriff folgte in der 7. Minute über Jaeschke, der auf Plume ablegte. Dessen Volley-Schuss ging allerdings deutlich daneben. Kurz darauf musste leider Cicek den Platz verletzt verlassen, für ihn kam Langfeld (11.). In der Rückwärtsbewegung zeigte der TSV zu Anfang viel Respekt vor dem Gegner, die Mainzer kamen allerdings zunächst nicht zu klaren Torchancen. Quasi aus dem Nichts fiel dann die Havelser Führung: Schumacher stahl sich im Rücken von Baku davon und legte gefühlvoll auf den von den Mainzer Sechsern sträflich alleine gelassenen Plume zurück, der ins Tor vollendete (17.). Die Havelser führten plötzlich und bekamen Oberwasser, eine weitere gute Chance vergab Plume kurz darauf (19.). Der Havelser Abwehrriegel hielt in der Folge, die in komplett Schwarz agierenden Abwehrreihen blockten und köpften jeden Ball der Mainzer in den Strafraum weg. Kurz vor der Pause kamen beide Teams noch einmal zu Chancen, Havelse mit zwei Schussversuchen (42.), während Quindt sich im Tor mehrfach auszeichnen konnte (44.).

 

Havelser fast mit dem 2:0, doch dann kommt Mateta

 

Aus der Pause kamen die Havelser mit mehr Schwung, Jaeschke hatte eine Großchance, die Zentner mit den Fingerspitzen parierte (49.). Kurz darauf bekamen die Havelser eine Konterchance mit einer 2-vs.-2-Situation, doch Schumacher legte sich den Ball etwas weit vor (51.). Doch dann glichen die Mainzer aus: Mateta setzte sich über rechts gegen Tasky durch und vollendete aus spitzem Winkel ins Tor, das Spiel war ausgeglichen. In den folgenden Minuten wuchs Norman Quindt immer mehr über sich hinaus und parierte eine Mainzer Chance nach der anderen. Dem TSV gelangen nur noch wenige Entlastungsangriffe. Je länger die Partie dauerte, desto schwerer wurden die Havelser Beine, sodass auf das 2:1 für die Mainzer durch Szalai nach einem Standard (77.) direkt der zweiten Treffer Matetas folgte (78.). Noch einmal kam der eingewechselte Damer zu einer Chance, doch dann machten die Mainzer endgültig den Sack durch Quaison (86.) und Mateta (90.) zu. Trotz des am Ende deutlichen Ergebnisses dürfen die Havelser aber stolz sein: 77 Minuten hielten sie tapfer gegen einen Bundesligisten mit und kamen zu einigen guten Torgelegenheiten. Entsprechend gab es nach dem aufopferungsvollen Support der aufgrund Corona nur wenigen mitgereisten Havelser auch großen Applaus für den TSV. Auch die Mainzer Mannschaft zollte der Leistung der Zimmermann-Elf mit einem Spalier Respekt. Trotz der Niederlage wird also ein Erlebnis sein, an dass sich alle noch lange und gern erinnern werden.

 

So spielte der TSV: Quindt – Teichgräber (81. Kina), Sonnenberg, Tasky, Schleef – Bremer, Fölster (82. Meien), Plume, Schumacher (64. Lakenmacher), Cicek (11. Langfeld) – Jaeschke (64. Damer)

 

Tore: 0:1 Plume (17.); 1:1 Mateta (57.); 1:2 Szalai (77.); 1:3 Mateta (78.); 1:4 Quaison (86.); 1:5 Mateta (90.)

 

Zuschauer: 1.000 in der OPEL Arena (ausverkauft)