Der nächste Gegner: VfV Hildesheim

Am Sonntag treffen unsere Havelser Jungs im Derby auf den VfV Hildesheim. Eigentlich sollte das Abstiegsgespenst in Hildesheim endgültig der Vergangenheit angehören: Nachdem man im Saisonendspurt der letzten Spielzeit dank des reaktivierten Jürgen Stoffregen den 15. Platz belegte und somit dem Gang in die Oberliga noch einmal von der Klinge sprang, sieht es in diesem Jahr wieder düster aus.

In den ersten fünf Spielen holte die „Domstadtelf“ unter dem in Hannover bestens bekannten neuen Trainer Jörg Goslar keinen Sieg und steht mit einem kritischen Torverhältnis von 0:14 Toren am Tabellenende. Gegen Aufsteiger Eutin 08 (0:4) und den FC St. Pauli U23 (0:5) setzte es schmerzhafte Niederlagen. Zurückzuführen sind diese Ergebnisse auch auf eine verunglückte Personalpolitik: Seit dem Aufstieg haben den VfV zahlreiche in der Region verwurzelte Akteure wie Philipp Rockahr, Niklas Kiene, Dominik Franke oder Dominic Hartmann verlassen, die viel fußballerische Qualität und Mentalität mitbrachten, um den VfV in der Regionalliga zu halten. Diese Spieler trugen die Hildesheimer Aufstiegsmentalität mit sich. Ersetzt wurden sie dieses Jahr durch Spieler von Oberliga- und Landesligaklubs aus ganz Deutschland und gar dem europäischen Ausland, die zwar teuer sind, aber bisher nicht die Leistung abrufen, die von der sportlichen Leitung erwartet wird. Hinzu kamen zuletzt auch konkrete Fehleinkäufe, die von der sportlichen Führung ausgemacht wurden: Drei Neuzugängen aus dem Sommer wurde laut dem „Kicker“ schon wieder mitgeteilt, dass man auf ihre Dienste verzichten wolle. Bis auf den ehemaligen Hannoveraner Sofien Chahed wurde bis vor wenigen Tagen kein erfahrener Akteur verpflichtet. Nun wurden mit Yusuf Kilic (zuvor vereinslos), Konstantinos Drizis (2. Liga Griechenland), Christian Oganesian (SV Bavenstedt), Lukasz Staron (2. Liga Polen), Timo Bäuerle (SSV Reutlingen) und Ante Blazevic (3. Liga Kroatien) noch einmal erfahrene Spieler unter Vertrag genommen, die den berühmten Karren aus dem Dreck ziehen und der verunsicherten jungen Mannschaft Halt geben sollen. Allerdings kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kaderplanung beim VfV für Außenstehende aufgrund solcher Entwicklungen etwas chaotisch wirkte und die kurzfristigen Neuverpflichtungen den Eindruck von Panikkäufen erweckten, auch wenn ihnen sicherlich die fußballerische Qualität nicht abgesprochen werden kann. Unter solchen Vorzeichen fällt es einer Mannschaft naturgemäß schwer, Selbstvertrauen zu entwickeln und eine klare Einheit zu formen. Auch angesichts der finanziellen Mittel, die den Hildesheimern zur Verfügung stehen, ist die bisherige Ausbeute an Punkten nicht zufriedenstellend. Zwar wurde Coach Jörg Goslar und dem Sportlichen Leiter Michael Hesse seitens der Vereinsführung das Vertrauen ausgesprochen, doch es müssen nun schnell konkrete Ergebnisse geliefert werden, um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu halten. Trotz dieses schlechten Saisonstarts ist es aber nicht aller Tage Abend, dass den Hildesheimern die Kehrtwende gelingt. Schon mehrmals waren sie totgesagt und rissen im letzten Moment das Ruder noch herum, sodass es auch in diesem Jahr bis zum Schluss spannend bleiben dürfte. Sicherlich werden sich die Hildesheimer in Havelse hochmotiviert und kampfstark präsentieren. Für den TSV gibt es gegen die „Domstadtelf“ einiges wiedergutzumachen. Die letzten drei Partien gegen den VfV gingen verloren, in der letzten Saison verlor man in Hildesheim 0:3 und daheim mit 0:1. Christian Benbennek hat als TSV-Trainer bislang aber überaus gute Erfahrungen mit dem VfV gemacht: Im Krombacher Niedersachsenpokal siegte er mit dem TSV in Hildesheim im Sommer 2013 mit sage und schreibe 5:1. Heute würden wir uns allerdings gerne mit weniger Toren begnügen, Hauptsache wäre mal wieder ein Erfolg gegen den zuletzt siegreichen Lokalrivalen.