Der TSV unterliegt dem VfB Lübeck

Das Wetter wollte an diesem 14. Spieltag der Regionalliga Nord nicht so recht mitspielen. So wurden einige Partien witterungsbedingt abgesagt, die Verantwortlichen des TSV befanden die Spielstätte aber für bespielbar und so konnte die Partie gegen den krisengebeutelten VfB Lübeck pünktlich angepfiffen werden.

Die Schwächephase des VfB hinderte die Lübecker Fans aber keinesfalls daran ihre Mannschaft über die 90 Minuten lautstark zu unterstützen. Die letzten fünf Partien konnte der VfB nicht gewinnen und war bei diesem Auswärtsspielspiel darauf aus, wieder in die Spur zu finden. Aber auch der TSV ging motiviert in dieses Match, die letzten vier Spiele gingen die Havelser Jungs ohne Sieg vom Platz, nur im letzten Spiel gegen die U23 von Hannover 96 wurde durch ein Last-Minute Treffer noch ein Punkt gesichert. Außerdem wollte die Benbennek-Elf das desolate Auftreten im vorigen Heimspiel vergessen machen, welches 0:4 verloren ging. Mit zwei Änderungen in der Startelf fing der TSV an: Noah Plume und Deniz Cicek rückten für den gesperrten Yannik Jaeschke und Can Gökdemir auf. So begann die Partie und die Havelser Jungs begannen gleich druckvoll nach vorne zu spielen. Immer wieder wurde versucht über die Außen für Gefahr zu sorgen, die Hereingaben und finalen Pässe blieben allerdings zu unpräzise. In der 3. Minute gab es dann aber doch eine Chance für den TSV: Andrea Rizzo bekam den Ball in der gegnerischen Hälfte nach einem Lübecker Fehlpass und versuchte den Lübecker Schlussmann Gommert mit einem Lupfer aus 30 Metern zu überwinden, setzte den Ball jedoch zu hoch an. Die neunte Minute brachte dann einen Freistoß für die Gäste ein. Die Flanke aus dem Halbfeld wurde schwach von der Havelser Hintermannschaft verteidigt, sodass die Kopfballverlängerung Stefan Richter vor die Füße fiel, der die Einladung dankend annahm und Rehberg aus kürzester Distanz keine Chance ließ. Eine etwas überraschende Führung, da der TSV in der Anfangsphase etwas mehr vom Spiel hatte, aber erneut bei einer Standartsituation alt aussah. Aber niemand ließ den Kopf hängen, denn auch gegen die U23 von 96 geriet der TSV früh in Rückstand und holte letztlich noch ein Unentschieden. Die Gäste fanden immer besser ins Spiel und dominierten das Mittelfeld mit hoher Laufleistung und enormer Aggressivität in den Zweikämpfen. Es kam immer wieder zu Fouls und kleinen Nickeligkeiten zwischen beiden Mannschaften, die Stimmung war aufgeheizt. Can Tuna gelang noch ein Abschluss, der war jedoch bezeichnend für das Havelser Spiel und ging ungenau am Kasten vorbei (20.). Der TSV versuchte das Spiel an sich zu ziehen, die Gäste machten aber alle Räume zu und zwangen die Benbennek-Elf immer wieder zu langen Bällen oder Rückpässen. In der 25. Spielminute legte Gary Noel nach einer guten Flanke per Kopf auf Richter ab, der sich nicht lang bitten ließ und den Doppelpack schnürte. Die Führung war durchaus verdient, da die Lübecker den aktiveren und bissigeren Eindruck machten. Aber es war Niclas Bahn, der noch einmal für Gefahr vor dem Lübecker Tor sorgte, als er eine Hereingabe direkt abnahm, jedoch nicht mehr gut genug platzieren konnte und so zu leichter Beute für Gommert machte. Kurz vor der Halbzeit kam es nochmal zu einer hitzigen Szene, als Noah Plume etwas zu hart in einen Zweikampf ging und sich die halbe Lübecker Mannschaft genötigt sah dem Schiedsrichter die Notwendigkeit eines Platzverweises zu erläutern. Es kam zu kleineren Rangeleien, der Unparteiische Daniel Fleddermann löste dies jedoch geschickt und verwarnte sowohl Noah Plume, als auch den Lübecker Spielführer Daniel Halke, bevor er kurz danach zur Halbzeitpause pfiff.

In der zweiten Hälfte gab es keine große Besserung im Havelser Spiel, offenbar etwas überfordert vom starken Auftreten des Gastes. So war es erneut eine Standartsituation der Lübecker, die schlecht verteidigt wurde und Moritz Marheineke alle Freiräume ließ, die er brauchte, um auf 0:3 zu stellen (53.). Der TSV wirkte auch weiterhin bemüht, auch wenn erste Anzeichen von Resignation zu erkennen waren. Immer wieder wurde versucht eine Lücke im Lübecker Abwehrverbund zu finden, allerdings erfolglos. Die Hereinnahme von Daniel Kofi-Kyereh und Can Gökdemir, die Tuna und Cicek ersetzten, sollte nochmal für frischen Wind in der Havelser Angriffsmaschinerie sorgen. Es waren aber wieder die Gäste, die kurz darauf einen Fehler in der Hintermannschaft des TSV ausnutzen und durch Daniel Halke auf 0:4 erhöhten (69.). Die kurz darauf folgende Einwechslung von Neuzugang Felix Krüger, der erstmals seit langer Verletzungspause wieder auf dem Platz stand, war „ein Strohhalm an den wir uns klammern können“, wie Christian Benbennek in der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte. Denn es war Krüger, der in seinem Debüt kleine Nadelstiche setzen konnte. Erst war eine Hereingabe etwas zu weit, kurz darauf fand er sich jedoch in vielversprechender Lage wieder, setzte das Leder unter Druck allerdings nur an den Pfosten (79.). Die letzten Minuten wurden von Lübeck souverän runtergespielt und es gab keine nennenswerten Szenen mehr bis kurz vor Schluss, als Gary Noel eine Hereingabe nicht optimal traf und deshalb das leere Tor verfehlte. Das 0:5 wäre aber auch etwas zu viel des Guten gewesen und so pfiff der Unparteiische das Spiel pünktlich ab und es stand eine erneute 0:4 Heimpleite für den TSV zu Buche.